Hans-Joachim Drews
 
    Home     Verlag      Bücher     Autoren     Kontakt    
 
 
 

 

Christiane Corvers

DAS HEIDEMÄNNLEIN

Märchenbuch, durchgehend vierfarbig mit Illustrationen von Weronica Tadaj-Królikiewicz

Format 21x30 cm, 24 Seiten, € 12,80

Erscheinungsjahr 2014, I. Auflage

ISBN 978-3-922554-10-3

  

Bestellung/Lieferung für Privatkunden

versandkostenfrei nach Überweisung des Buchpreises auf das Konto des Verlages (Hans-Joachim Drews). Die Bankverbindung wird nach der Bestellung mitgeteilt. Bitte geben Sie Ihre Lieferanschrift an.

Mailadresse: info(at)wolkentor-verlag.de

(bitte das (at) durch @ ersetzen)

Bestellungen des Buchhandels

bitte per Mail an:

info(at)wolkentor-verlag.de

(bitte das (at) durch @ ersetzen)

 

 
 

Leseprobe

Das Heidemännlein

 

In der Wurzel eines uralten Wacholderbusches lebt das Heidemännlein. Es ist etwa so groß wie deine Hand, hat dicke Entenfüße, einen Kopf so rund wie der Vollmond und abstehende moosgrüne Haare.
Jeden Morgen klettert es aus seiner Höhle und setzt sich auf den großen Findling vor dem Wacholderbusch. Es zieht einen kleinen Beutel aus seiner Jackentasche, holt aus ihm einen Kristall und ein weißes Tüchlein. Damit putzt es den Kristall so lange, bis er farbenprächtig funkelt und glitzert.
Dann betrachtet das Heidemännlein den schönen Stein noch eine Weile und ein tiefes Glücksgefühl durchströmt es.

 

 

An einem neblig grauen Morgen aber, während das Heidemännlein sich an seinem Kristall erfreut, verdunkelt sich der Himmel über ihm. Ein Schwarm Krähen, angelockt von dem funkelnden Stein, zieht über ihm seine Kreise. Mit lautem Gezeter stößt eine Krähe zu ihm herab, ergreift den Stein und fliegt mit dem Schwarm davon.
Entsetzt starrt ihnen das Heidemännlein nach, stößt einen Wutschrei aus, ballt die Fäuste, stampft mit seinen Entenfüßen auf. Tränen laufen ihm über das Gesicht.
Sein Zorn verwandelt sich in Jammern und Klagen. Nach einer Weile beginnt es zu überlegen, wie es den Kristall wiedererlangen könne. Das Heidemännlein beschließt, den Krähenschwarm zu suchen. Es nimmt seinen kleinen Rucksack, legt ein Fläschlein Heidetau und etwas zum Essen hinein. Dann macht es sich auf den Weg in Richtung der davongeflogenen Krähen.

Auf einem schmalen Sandweg kommt es zunächst schnell voran. Doch bald liegt das Moor mit seinem schwankenden Knüppelpfad vor ihm. Hier ist das Heidemännlein noch nie gewesen. Zaghaft setzt es einen Schritt vor den anderen und schaut ängstlich in den schwarzen Morast. Die gespenstisch weißen Stämme und Äste, die überall aus dem Wasser ragen, jagen ihm Furcht ein. Das Heidemännlein beschleunigt seine Schritte. Sein Herz beginnt vor lauter Angst hart und schnell zu pochen. Und da passiert es, seine Füße rutschen auf dem nassen Holzweg aus. Es verliert das Gleichgewicht und fällt in das Moor. Das Heidemännlein paddelt wild hin und her. Vergeblich versucht es irgendwo Halt zu bekommen. Immer tiefer versinkt es im Morast. „Jetzt ist alles aus“, denkt es „wäre ich doch nur in meiner Wurzelhöhle geblieben.“
Doch dann erinnert es sich an seinen Kristall, an dessen wunderschönes Funkeln, und die Erinne­rung gibt ihm neue Kraft. Es ergreift in letzter Sekunde einen herunterhängenden Birken­zweig und zieht sich mühsam aus dem Sumpf heraus. Nun steht es da, aus seiner Kleidung quillt das schmutzig trübe Moorwasser. Aber das Heidemännlein gibt nicht auf! Entschlossen setzt es seinen Weg fort; und als die Mittagssonne hoch am Himmel steht, liegt das Moor bereits hinter ihm und vor ihm eine riesige Heidefläche.
„Welche Richtung soll ich nur einschlagen?“ Das Heidemännlein bleibt unsicher an einer Wegkreuzung stehen.
Eine blauschwarz glänzende Feder fällt plötzlich vor seine Füße. Nach oben schauend, entdeckt das Heidemännlein eine Krähe hoch am Himmel. Ob sie wohl zu dem Schwarm gehört, überlegt es und greift nach der Feder. Sie fühlt sich warm und flauschig an. Es steckt sie in seine Tasche.
Hungrig geworden, beschließt es, eine Rast einzulegen. Seine noch feuchte Jacke und Hose breitet es in der Sonne zum Trocknen aus. Dann lässt es sich auf einem weichen Graspolster nieder. Mit einigen Schluck Heidetau und Grütze im Bauch kann es schon viel besser nachdenken.

 

Presseberichte

 

Postkarten

im Format 10,5x14,9, Preis 50 Cent

Heidemännlein mit Kristall

Heidemännlein

Heidemännlein wütend